Hehn. Dass in einem Seniorenheim ältere Menschen leben, ist selbstverständlich. Wenn dort jedoch gleich mehrere Bewohnerinnen und Bewohner ein Alter von 100 Jahren und mehr erreichen, ist das selbst in der Altenhilfe etwas ganz Besonderes.
Im Wohn- und Pflegezentrum Hehn konnten im Jahr 2025 gleich fünf außergewöhnliche Geburtstage gefeiert werden: Drei Bewohnerinnen wurden 100 Jahre alt, hinzu kamen ein 102. und sogar ein 105. Geburtstag. Martha Lutz, Irmgard Theißen und Else Buß wurden im Jahr 1925 geboren, Franz Weiß im Jahr 1923 und Anneliese Schulze bereits 1920.
Frau Lutz und Frau Schulze leben im Alten- und Pflegeheim St. Maria. Frau Buß und Herr Weiß wohnen jeweils in einer eigenen Wohnung in der Wohnanlage „Zum alten Kloster“. Frau Theißen ist Gast der Tagespflege St. Maria und besucht diese zwei Mal pro Woche.
„Wenn man die fünf Seniorinnen und Senioren trifft, würde man kaum vermuten, dass sie zusammen sage und schreibe 507 Lebensjahre zählen“, sagt Josef Aretz, Einrichtungsleiter des Wohn- und Pflegezentrums Hehn.
Auf die Frage nach dem Geheimnis eines langen Lebens hat jede und jeder der Jubilare eine eigene Antwort. Für Irmgard Theißen liegt es unter anderem in einem arbeitsreichen Leben: Viele Jahre arbeitete sie auf dem elterlichen Bauernhof in Rheindahlen-Hilderath, den sie später gemeinsam mit ihrem Ehemann führte. Zudem ist sie überzeugt, dass gute Gene eine Rolle spielen. „In meiner Familie sind alle sehr alt geworden. Meine Schwester wurde 102 Jahre alt“, berichtet sie. Heute genießt sie die Zeit in der Tagespflege: „Hier ist es so schön – wie in einem Erholungsgebiet. Ich bin zufrieden und glücklich.“
Auch Martha Lutz blickt mit Freude auf ihr Leben zurück. Die gebürtige Schwerinerin erinnert sich besonders gern an ihre Kindheit an der Ostsee, wo sie viel Zeit mit Freunden verbrachte. Anspruchslosigkeit und Zufriedenheit seien stets wichtige Begleiter gewesen, sagt sie. Noch heute spielt sie gern Gesellschaftsspiele wie „Mensch ärgere dich nicht“ mit anderen Bewohnerinnen oder Karten mit ihrer Tochter. Zu ihren größten Leidenschaften zählte das Schwimmen, dem sie fast täglich nachging. Kein Wunder also, dass sie diese Aktivität als ihr persönliches „Rezept“ für ein langes Leben bezeichnet. Passend dazu überraschte das Haus sie zu ihrem 100. Geburtstag mit einem begleiteten Besuch im Schlossbad Wickrath und einem anschließenden Essen in einem gutbürgerlichen Restaurant.
Die fünf Jubilare zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig Lebenswege sein können – und dass Lebensfreude, Gemeinschaft und Zufriedenheit in jedem Alter eine große Rolle spielen.
Bildunterschrift: Irmgard Theißen, Martha Lutz, Franz Weiß und Elke Buß (v. l.) – vier Senioren, die viel in ihrem Leben erlebt haben. (Auf dem Bild fehlt Irmgard Theißen.)
Foto: Wohn- und Pflegezentrum