„Wenn’s kompliziert wird“ – wertvolle Impulse für Pflege, Betreuung und Angehörige

, Alexianer Zentrum für seelische Gesundheit, Aachen

Wie lässt sich herausforderndes Verhalten demenzerkrankter Menschen besser verstehen und professionell begleiten? Welche Unterschiede gilt es zwischen den verschiedenen Demenzformen, Depression und Delir zu beachten? Und welche Möglichkeiten gibt es für eine gute Versorgung nach einem stationären Aufenthalt?

Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich die Fachveranstaltung „Wenn’s kompliziert wird – Herausforderndes Verhalten - was nun?“ im Alexianer Zentrum für seelische Gesundheit am Standort in Aachen. 

Zahlreiche Interessierte aus den Bereichen Pflege, Betreuung, Versorgung sowie pflegende An- und Zugehörige nutzten die Gelegenheit, sich zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und neue Impulse für ihren beruflichen und persönlichen Alltag mitzunehmen.

Nach der Begrüßung durch Dr. Ingrid Kling, Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, gab Dr. Julia Adamschewski, Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, einen Einblick in das Krankheitsbild Demenz. Sie erläuterte unter anderem, warum die Zahl der Menschen mit Demenz aufgrund der zunehmenden Alterung der Gesellschaft weiter steigt und stellte die drei Stadien einer Demenzerkrankung vor.

Anschließend widmete sich Dr. Ingrid Kling den Krankheitsbildern Depression und Delir. Dabei wurden deren typische Symptome sowie wichtige Unterschiede zur Demenz erläutert.

Einen praxisnahen Einblick gab Thomas Pelzer, Stationsleiter der geschützten gerontopsychiatrischen Station. In seinem Beitrag ging es um den Umgang mit herausforderndem Verhalten aus pflegerischer Sicht. Dabei wurde besonders deutlich, wie wichtig es ist, die betroffene Person ganzheitlich zu betrachten und ihre individuellen Bedürfnisse, ihre Lebenssituation und ihr Umfeld miteinzubeziehen.

Den Abschluss der Fachvorträge bildeten Ina Schröder, Mitarbeiterin des Sozialdienstes und Kester Looser aus dem Bereich Familiale Pflege. Sie informierten über Möglichkeiten und Alternativen der poststationären Versorgung sowie über ambulante Unterstützungsangebote – sowohl im häuslichen Umfeld als auch im Pflegeheim. Hier wurde deutlich, wie vielfältig die Optionen sind und wie wichtig es ist, gemeinsam mit den Betroffenen und ihren An- und Zugehörigen frühzeitig nach einer passenden Versorgung zu suchen.

Die Vorträge zeigten, wie umfassend die Herausforderungen im Umgang mit Demenzerkrankten und herausforderndem Verhalten sein können. Eine möglichst frühzeitige und individuell passende Unterstützung kann dazu beitragen, Betroffene und ihre An- und Zugehörigen im Alltag zu entlasten, Sicherheit zu schaffen und eine geeignete Versorgung zu ermöglichen.

In der abschließenden Frage- und Diskussionsrunde nutzten die interessierten Gäste die Möglichkeit ihre Fragen zu stellen. So bot die Fachveranstaltung nicht nur wertvolle fachliche Informationen, sondern auch Raum für Begegnung, Austausch und neue Impulse für die tägliche Arbeit mit an demenzerkrankten Menschen.